Netzanschluss Strom 

Niederspannung
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Netzanschluss Strom - Niederspannung

Eine sichere und zuverlässige Stromversorgung ist die Grundlage für Wohnen, Arbeiten und moderne Technik – vom Licht im Wohnzimmer über die Wärmepumpe bis zur Ladestation für Ihr EAuto. 
Als Verteilnetzbetreiber sorgt die Stadtwerke Herne AG dafür, dass Ihr Gebäude fachgerecht an das Niederspannungsnetz angeschlossen wird. 

 

Auf dieser Seite informieren wir Sie über: 

  • den Netzanschluss im Niederspannungsbereich, 

  • die benötigten Unterlagen, 

  • typische und von uns empfohlene Messkonzepte (Zähleranordnungen), 

  • die Nutzung unseres Netzanschlussportals für alle Anfragen zu Neuanschlüssen und Änderungen. 

Wichtig!

Alle Anfragen zu Neuanschlüssen, Änderungen oder Erweiterungen Ihres Netzanschlusses erfolgen ausschließlich über unser Netzanschlussportal. 

Was bedeutet Niederspannungsnetzanschluss?

Die meisten Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe werden über das Niederspannungsnetz versorgt.

 

Dazu gehören zum Beispiel: 

  • Ein- und Mehrfamilienhäuser 

  • kleinere Gewerbeeinheiten, Büros, Praxen 

  • Hausdachanlagen (z. B. Photovoltaikanlagen) 

  • größere Verbraucher wie Wärmepumpen oder Wallboxen 

 

Ihr Gebäude erhält dafür einen Hausanschluss an unser Niederspannungsnetz. Die Planung und Ausführung der elektrischen Anlage im Gebäude übernimmt immer ein zugelassener Elektroinstallationsbetrieb. 

Technische Mindestanforderungen

Damit unser Stromnetz sicher und stabil funktioniert, müssen alle angeschlossenen Anlagen bestimmte technische Regeln einhalten. Grundlage sind die vom VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.) veröffentlichten Technischen Anwendungsregeln (TAR) – die „Anerkannten Regeln der Technik“. 

 

Für die Niederspannung sind insbesondere relevant: 

  • VDE-AR-N 4100 – Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz (u. a. Hausanschluss) 

  • VDE-AR-N 4105 – Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz (z. B. Photovoltaikanlagen) 

 

Die Stadtwerke Herne AG legt derzeit keine über diese technischen Anwendungsregeln des VDE hinausgehenden technischen Mindestanforderungen im Sinne des § 19 Abs. 1 EnWG fest. 

Diese technischen Mindestanforderungen und Anschlussbedingungen sind die Grundlage jeder Planung einer elektrischen Anlage und müssen eingehalten werden, um einen Netzzugang zu erhalten. 

 

Ihr Elektroinstallateur kennt diese Regelwerke und setzt sie fachgerecht um. 

Benötigte Unterlagen für Ihre Netzanschlussanfrage

Damit wir Ihre Anfrage zügig bearbeiten können, werden im Netzanschlussportal – je nach Art des Vorhabens – verschiedene Unterlagen benötigt.

 

Typischerweise sind das für einen neuen Netzanschluss (z. B. Neubau): 

  • Lageplan des Grundstücks mit markiertem Gebäude 

  • Grundrisspläne (mindestens Erdgeschoss) mit gewünschter Lage des Hausanschlussraums bzw. Hausanschlusskastens 

  • Angaben zur Nutzung (z. B. Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Gewerbe) 

  • Geplante elektrische Leistung, z. B.:  

  • Anzahl der Wohneinheiten 
  • besondere Verbraucher (Wärmepumpe, Durchlauferhitzer, EMobilität, Gewerbegeräte) 
  • Kontaktdaten von Bauherrschaft und Elektroinstallateur 

Für eine Änderung/Erweiterung eines bestehenden Anschlusses

  • Angaben zum bestehenden Anschluss (z. B. Zählernummer, Adresse) 

  • Beschreibung der geplanten Leistungserhöhung oder Änderung, z. B.:  

  • Installation einer Wärmepumpe 
  • Installation einer Wallbox / Ladeeinrichtung 
  • Umnutzung von Räumen (z. B. zusätzliche Wohnung, Gewerbe) 
  • Bei größeren Verbrauchern: Angaben zur Leistung (kW) und zur Betriebsart 

Zusätzlich für eine Erzeugungsanlage (z. B. Photovoltaik)

  • Daten der PV-Anlage (Leistung in kWp, Wechselrichterdaten)
  • Aufstellort (Dach, Fassade, Freifläche) 
  • gewünschtes bzw. erforderliches Messkonzept (in Abstimmung mit Ihrem Elektroinstallateur) 
  • ggf. Daten zu Batteriespeichern 

 

Die benötigten Unterlagen laden Sie dann im Netzanschlussportal hoch, wo Sie weiter erläutert werden. 

 

Bitte beachten Sie: Ohne Anfrage und Unterlagen über das Netzanschlussportal kann Ihr Netzanschluss nicht bearbeitet werden. 

Messkonzepte – wie wird gemessen?

Unter Messkonzept versteht man, wie Zähler angeordnet sind und was genau gemessen wird, zum Beispiel: 

  • wie viel Strom Sie aus dem Netz beziehen, 

  • wie viel Strom Sie ins Netz einspeisen (z. B. aus einer PV-Anlage), 

  • ob bestimmte Verbraucher (z. B. Wärmepumpe) separat erfasst werden. 

Rolle der Stadtwerke Herne AG bei Messkonzepten

  • Wir empfehlen für typische Anwendungsfälle konkrete Messkonzepte (z. B. Haushaltskunde, PV mit/ohne Speicher, Wärmepumpe, EMobilität). 

  • Zu diesen Messkonzepten stellen wir Vorlagen und schematische Darstellungen bereit, an denen sich Ihr Elektroinstallateur orientieren kann. 

  • Grundsätzlich ist das von uns empfohlene Messkonzept zu verwenden. 

  • Abweichungen oder Sonderlösungen müssen über das Netzanschlussportal mit uns abgestimmt und von uns freigegeben werden. 

Beispielhafte Messkonzepte

Beispiel 1: Einfaches Messkonzept – nur Verbraucher

Situation: 
Ein Einfamilienhaus ohne eigene Erzeugungsanlage, z. B.: 

  • Licht, Steckdosen, Herd 

  • übliche Haushaltsgeräte 

 

Empfohlenes Messkonzept (vereinfacht): 

  • Es wird ein Hauptzähler installiert, der den gesamten Strombezug aus dem Netz erfasst. 

  • Alle Verbraucher im Haus liegen hinter diesem einen Zähler. 

 

Für Sie bedeutet das: 

  • Eine Zählernummer, 

  • eine Stromrechnung auf Basis Ihres Gesamtverbrauchs. 

 

Dieses einfache Messkonzept ist eines unserer Standard-Messkonzepte, für das wir eine Vorlage bereitstellen. 

Beispiel 2: Messkonzept mit zusätzlichem Zähler und Einspeiser

Situation: 
Ein Einfamilienhaus mit: 

  • normalem Haushaltsverbrauch (Licht, Steckdosen, Küche usw.), 

  • einer Photovoltaikanlage (PV) auf dem Dach, 

  • zusätzlich z. B. einer Wärmepumpe mit separatem Zähler. 

 

Empfohlenes Messkonzept (vereinfacht): 

  • Ein Zweirichtungszähler (Hauptzähler):  

  • misst den Strombezug aus dem Netz, 

  • misst die Stromeinspeisung ins Netz aus der PV-Anlage. 

  • Ein zusätzlicher Zähler (z. B. für die Wärmepumpe):  

  • erfasst den Verbrauch der Wärmepumpe getrennt vom übrigen Haushalt, 

  • ermöglicht ggf. einen separaten Tarif (sofern angeboten). 

 

Für Sie bedeutet das: 

  • Transparente Trennung von Haushaltsstrom, Wärmepumpenstrom und Einspeisung. 

  • Grundlage für eine korrekte Abrechnung von Verbrauch und Einspeisevergütung. 

 

Auch für dieses Szenario stellen wir ein empfohlenes Messkonzept mit Vorlage zur Verfügung, welches Sie im Netzanschlussportal auswählen bzw. angeben können. 

Steuertechnik – damit Netz und Anlagen gut zusammenarbeiten

Mit immer mehr elektrischen Geräten wie Wärmepumpen, Wallboxen oder Stromspeichern wird unser Stromnetz stärker belastet. Damit die Versorgung trotzdem zuverlässig und sicher bleibt, setzen wir sogenannte Steuertechnik ein. 

 

Was bedeutet Steuertechnik? 
Steuertechnik ermöglicht es dem Netzbetreiber, bestimmte Anlagen zeitweise zu steuern oder ihre Leistung zu begrenzen, zum Beispiel: 

  • Wärmepumpen 

  • Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge (Wallboxen) 

  • Stromspeicher oder andere größere Verbraucher 

 

Das bedeutet nicht, dass wir Ihren Haushalt „abschalten“, sondern dass bestimmte, vorher klar definierte Anlagen in bestimmten Situationen kurzzeitig gedrosselt oder verschoben werden können – etwa dann, wenn das Netz besonders stark ausgelastet ist. 

 

Warum ist das wichtig? 

  • Das Stromnetz bleibt stabil und überlastet nicht. 

  • Der Ausbau des Netzes kann zielgerichteter erfolgen. 

  • Netzdienliche Anwendungen können zu niedrigeren Netzentgelten oder besonderen Tarifmodellen führen. 

 

Wie wird Steuertechnik technisch umgesetzt? 

  • In Ihrem Zählerschrank werden zusätzliche Komponenten eingebaut (z. B. Steuergerät, Steuerbox, Schaltrelais). 

  • Diese Technik sorgt dafür, dass der Netzbetreiber die freigegebenen Anlagen nach klaren Regeln ansteuern kann. 

  • Die konkrete Ausführung richtet sich nach den geltenden technischen Regeln (z. B. VDE-AR-N 4100) und unseren Mess- und Anschlusskonzepten. 

 

Ihr Elektroinstallateur plant die notwendige Steuertechnik gemeinsam mit Ihnen und wählt im Rahmen des Netzanschlussportals das passende Mess und Steuerkonzept aus. So wird sichergestellt, dass Ihre Anlage komfortabel, wirtschaftlich und netzverträglich betrieben werden kann. 

Hier geht es zum Netzanschlussportal

Alle Neuanschlüsse, Änderungen, Erweiterungen und Anmeldungen von Erzeugungsanlagen werden ausschließlich über das Netzanschlussportal abgewickelt. 

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